USG Übersetzungs–Service AG
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14.08.2018

Was heisst eigentlich Deprescribing?

Gute Pillen – schlechte Pillen. Oder wie man Medikamente, die einem einmal verschrieben wurden, wieder los wird. Man nimmt Arzneimittel, weil sie helfen. Ist die Krankheit vorbei, kann man die Medikamente wieder absetzen. Allerdings sollte man das mit dem Arzt besprechen. Deprescribing heisst, dass Arzt und Patient sich in regelmässigen Abständen zusammensetzen und gemeinsam überlegen, welche Mittel entbehrlich sind. Oft werden Substanzen nur verschrieben, um die Nebenwirkungen eines anderen Medikaments zu bekämpfen. Also zum Beispiel Juckreiz.

In der Sprache gibt es das auch. Viele Kunden kommen zu uns, weil sie vorher bei einem Anbieter waren, der ihnen ein X für ein U vormachte und für einen Apfel und ein Ei eine dermassen unterirdische Syntax aufs Papier legte, dass sich die Fingernägel nach oben bogen. Gute Texte und gute Übersetzungen sind ein Prozess, und das bedeutet Arbeit. Wir zum Beispiel treffen uns regelmässig mit unseren Kunden und machen ein sogenanntes „Wordclearing“. Wir setzen uns also an den runden Tisch und bereinigen die Sprache. Will einer statt innenliegende Sechskantschraube eine Inbusschraube haben, dann bekommt er die auch, und zwar immer. So einfach geht das bei uns, und alles ohne Nebenwirkungen.

Dem Duden aus der Tasche gezogen

Eine Sprachauskunft bei Duden kostet in Deutschland 1,99 Euro pro Minute (Festnetz). Die gleiche Auskunft kostet in Österreich nur noch 1,80 Euro und in der Schweiz sage und schreibe 3.13 Franken oder 2,60 Euro pro Minute. Ein einig brüderlich Europa. Die Stunde ist in Deutschland also 119,40 Euro, in Österreich 108,00 Euro und in der Schweiz umgerechnet 156,00 Euro. Es lebe der kleine Unterschied. Warum aber die Schweizer so zur Ader gelassen werden, kann nur daran liegen, dass die Dudenleute zu viel Asterix und Obelix gelesen haben und die kleine Schweiz, römergleich, sprachlich etwas gängeln möchten, weil die Eidgenossen ja alles besser können, ausser Hochdeutsch. Wir haben dafür das Wort „drischagge“, was in etwa dem deutschen „sticheln“ nahe kommt.

Kurz und gut. Bei der USG AG ist die Sprachauskunft für bestehende Kunden kostenlos und zwar in allen drei Landessprachen. Neukunden zahlen CHF 120 Franken pro Stunde. Ausserdem übersetzen wir in 33 Weltsprachen, was die Dudenleute bekanntlich nicht können. Zudem sind wir deutschsprachiger Meister im Lokalisieren. Das heisst, wenn bei uns beispielsweise eine französische oder italienische Firma etwas ins Deutsche übersetzen lassen will, fragen wir immer nach: für die Schweiz, für Deutschland oder für Österreich? Noch kürzer: Morgen, 15.08.2018, ist die Sprachauskunft bei der USG AG gratis – auch für Nichtkunden. Und zwar auf Deutsch, Französisch und Italienisch. Das kennen die Dudenleute auch nicht, so wenig wie den „Hoselupf“.

„suum cuique“

"Jedem das Seine" beschreibt ein philosophisches Prinzip aus der Antike, wonach jeder das Seine bekommen und niemandem das Seine genommen werden soll. Bis heute findet sich deshalb die lateinische Form auch immer noch als fester Bestandteil in deutschen Gerichtsgebäuden wieder. Die Nationalsozialisten haben den Spruch später umgedeutet und für ihre Zwecke missbraucht. „Jedem das Seine“ steht auch am Eingangstor des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald und richtete sich an die Lagerinsassen. Die Hamburger Bekleidungskette Peek & Cloppenburg hat mit diesem Nazispruch kürzlich für Mode respektive für ihre Hemden geworben. Eine „verbale Ungeschicklichkeit“, meinte die Pressesprecherin des Modeunternehmens, das sich in aller Form entschuldigte.

André Schollbach, der die Werbung entdeckt hatte, sieht das anders: „Es ist absolut geschmacklos und geschichtsvergessen, dass ein derart bekannter und an Zynismus kaum zu überbietender Nazispruch für Werbezwecke benutzt wird.“ Recht hat er, und dennoch glaube ich, hat der junge Werbetexter, der den fatalen Satz übernommen hat, das nicht mit böser Absicht getan.

Soweit so gut. Nicht weit vom Hamburger Hafen liegt das grosse, bekannte Café Keese. Auf dessen Leuchtreklame steht geschrieben: „Honi soit qui mal y pense“ (Ein Schelm, wer Böses dabei denkt). Darüber entrüsten sich französische Touristen, die schliesslich wissen, dass man „honni“ mit zwei n schreibt. Die Inschrift birgt jedoch keinen Rechtschreibfehler! Sie erinnert uns daran, dass sich „honni“ im vierzehnten Jahrhundert, aus dem dieses berühmte Zitat stammt, mit nur einem n schrieb. Erst im sechzehnten Jahrhundert wurde aus dem einfachen „honi“ ein „honni“ mit zwei n.

Fazit: zwei Ungeschicklichkeiten mit Geschichte. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Und wenn wir schon beim Übersetzen sind: Ja, das machen wir seit fast 40 Jahren in 33 Sprachen. www.usg.ch

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